Gunnar Schade – Satire-Blog Über Gunnar Schade

16.01.2019

Anlässlich der derzeitigen Debatte um Meinungsfreiheit:

Zu den Absurditäten heutzutage gehört, dass Menschen bei öffentlichen Aufmärschen anderen Menschen ungestraft das Ertrinken im Mittelmeer wünschen, indem sie unter anderem „Absaufen! Absaufen!“ b-r-ü-l-l-e-n, und sich im nächsten Moment beschweren, man dürfte nicht mehr sagen, was man denkt.

Das Problem heutzutage besteht nicht darin, dass man nicht mehr sagen darf, was man denkt, sondern darin, dass viele nicht mehr denken, bevor sie was sagen.

Diese Menschen behaupten, man dürfte heutzutage nicht mehr sagen, was man denkt. Was diese Menschen meinen, ist, dass sie nach ihren menschenverachtenden Parolen aus für sie unerklärlichen Gründen nicht nur Begeisterung, sondern auch Widerspruch erfahren.

Diese Menschen beklagen nach ihrer unberechtigten Hetze, dass es keine Meinungsfreiheit gäbe, und übersehen dabei, dass der von ihnen beanstandete Widerspruch die berechtigte Haltung anderer Menschen und somit Ausdruck ebendieser Meinungsfreiheit ist, deren vermeintliches Fehlen sie beklagen.

Von wegen, man dürfte heutzutage nicht mehr sagen, was man denkt. Es gibt viele Menschen, die indes viel mehr gesagt als jemals nachgedacht haben.

Der medizinische Fachausdruck lautet: wendlern.

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